Vertical Improving Paradoxon / Bolero mit Halbtonsteigerung

Dieses Musikstück – komponiert von Alexander Leopold 1995 und im Aufbau angelehnt an die Bolero-Kompositionen von Ravel oder Emerson – ist die Darstellung einer fortlaufenden Diskussion. Das Hauptthema besteht aus zwei Teilen, wovon der erste Teil eine Frage stellt und der zweite Teil eine nicht zufriedenstellende Antwort darauf gibt, die zur Frage zurückführt. Diese wird dann aber um einen Halbton höher gespielt, was dem Zuhörer nicht auffällt, weil die Komposition suggeriert dass alles wieder von vorn beginnt.

Der Vorgang ist theoretisch endlos wiederholbar, denn das Arrangement besteht aus mehreren Instrumenten unterschiedlicher Tonlage. Wenn eine Stimme für die Tonlage eines Instruments zu hoch wird, übernimmt einfach ein tieferliegendes aus dem Arrangement diese Stimme. Die Instrumente “rotieren” quasi. Dadurch kann das Stück endlos gespielt werden – genau wie eine Diskussion endlos geführt werden kann, wenn durch eine unklare Antwort als Reaktion die Frage verändert wird.

In dieser Sequenzer-Aufnahme wird die Instrumentenrotation nur im letzten Durchgang eingesetzt. Die vorangehenden Durchgänge sind dazu da das Arrangement aufzubauen. Die Aufnahme endet mit einer Ausblendung – einem “Fade out” – weil alles andere den Sinn des Stückes zerstören würde.

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