Vanished In Periphery – Seestadt Aspern in Musikdarstellung

Die „Seestadt Aspern“ in Wien ist eine Satellitenstadt die mitten ins Nirgendwo gebaut wurde. Die Wahrnehmung dieser Stadt erzeugt eine ganz spezielle Stimmung die in dieser Musik dargestellt ist.

Rundherum ist es flach und trüb. Ausgedehnte Felder umgeben die Seestadt. Das alles bestimmende Element in der Nähe ist eine Fabrik für Autoteile, die ursprünglich von General Motors gebaut wurde. Sie versorgt die ganze Gegend mit permanentem Hintergrund-Maschinenlärm.

Das Konzept der Seestadt sah von Anfang an einen Wechsel zwischen Bebauungsdichte und fast unbebauten Erholungszonen vor. Daraus ergibt sich das paradoxe Erlebnis dieser Siedlung. Man kommt aus dem Nichts, durchquert plötzlich städtisches Ambiente, findet darin eine künstliche “Erholungszone” in Form einer verkleinerten Kopie des all-umgebenden äußeren Nichts, bewegt sich weiter in wiederum quasi-städtische Umgebung um schließlich an der anderen Seite der Seestadt wieder ins Nichts hinauszufahren.

Die hier frei anzuhörende Musik „Aspern-die-Seestadt“ ist eine kompositorische Darstellung dieser Raumplanung mit bewusster Überhöhung der Wahrnehmungseffekte. Der Sound ist dem tatsächlich dort vorherrschenden Klangteppich ähnlich – sogar das fluktuierende Hintergrundgeräusch der Fabrik wurde in die Komposition integriert.

Musikalische Darstellung der Wiener Satellitenstadt namens “Seestadt Aspern”. Komponiert und aufgenommen von Alexander Leopold im Jahr 1995

Die zweite frei anzuhörende Datei „Aspern-Naturklang-Suite“ ist eine Zusammenstellung mehrerer klanglicher Begebenheiten (die sich inhaltlich erkennen lassen), erstellt aus originalen Tonaufnahmen die 1994 – VOR dem Bau der Seestadt – in dieser Zone aufgenommen wurden (!). Die Tonaufnahmen wurden dann zu kleinen „Geschichten“ zusammengeschnitten und teilweise mit Klangeffekten versehen um die Erzählungen fließen zu lassen.

Suite aus originalen Tonaufnahmen des späteren Bauplatzes der Seestadt Aspern. Aufgenommen und komponiert von Alexander Leopold im Jahr 1994

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